19.04.2012 - Lothar Kosse & Band in "Die Arche Noah" in Köln, 19 Uhr
Köln hat eine lange christliche Tradition – die nicht nur wegen des Doms kaum übersehen werden kann. Ebenso ist in dieser Stadt, wie in jeder Großstadt dieser Welt, ein urbanes kulturelles Leben vorhanden, das in Theatern, Museen, Konzertsälen und Musicclubs stattfindet. Vor einigen Jahren spürte ich den Wunsch, Spiritualität und Musik nicht mehr getrennt voneinander zu betrachten und zu leben, sondern beides miteinander zu verbinden.
In einer Form von Experiment gewissermassen. Ich habe dazu Freunde wie Andreas Eichberger, Sebastian Roth und einige weitere Musikerkollegen gefragt, ob wir nicht gemeinsam einen „Ort“ in der Stadt installieren können, an dem Rock und Popmusik und geistliche Inhalte in einer Art Event miteinander vereint werden können. Ein „God´s Downtown Music Club“, wenn man so will. Meine Freunde haben mitgemacht und die Cologne Worship Night war geboren. Unser Ziel war es, das Ganze nicht als eine Art Entertainmentprogramm zu gestalten, sondern auch dem Zuhörer die Möglichkeit zu geben, ein Teil der Sache zu werden. Es entstanden zahlreiche neue Songs, die der Freude, der Freiheit und Schönheit des Glaubens an Gott Ausdruck verliehen haben und die viele der Zuhörer zu ihren eigenen Liedern und gesungenen Gebeten gemacht haben. Stilistisch wollten wir unserer musikalischen Leidenschaft Freiraum geben, Zeit für Spontanität und Improvisation, Raum für Rock´n Roll und einfache schlichte Songs, die leicht mitgesungen werden können.
Das Zentrum der CWN war und ist die Begegnung mit Gott, fernab aller konfessionellen Riten, sondern direkt, unmittelbar, eye to eye. Musik eignet sich für diese Begegnung wunderbar, das haben wir festgestellt. Vielleicht weil Musik in sich schon so viele göttliche Anteile hat und sie keine verbale Übersetzung braucht. Das alles ist eigentlich nicht wirklich neu, sondern hat eine lange, vieltausend Jahre alte Tradition, wie man schon im Alten Testament nachlesen kann. Wir haben sehr klein angefangen, ganz bewusst, um Erfahrung in diesem unbekannten Terrain zu sammeln. Die ersten Worship Nights fanden in einer alten Fabrikhalle in der Severinstrasse 212 mit 200 Besuchern statt, aber nach 2 Jahren war diese Halle zu klein und wir sind in den Alten Wartesaal umgezogen.
In den folgenden Jahren sind wir aus Platzgründen immer weiter gezogen, Live Music Hall, Musical Dome, Theater am Tanzbrunnen, Essigfabrik und schließlich ins E-Werk, wo die CWN auch heute noch zu Hause ist. Im Sommer haben wir Openairs veranstaltet, auf dem Rudolfplatz, an der Uni oder auf dem Roncalliplatz vor dem Dom. Wir lieben diese Openairs besonders, weil dort sehr viel Leute zuhören, die noch nie auf einer CWN waren und diese Atmosphäre zum ersten Mal erleben. Viele Musikerkollegen aus anderen deutschen Städten haben uns besucht und selbst Events dieser Art in ihrer Heimatstadt begonnen und inzwischen gibt es fast keine größere Stadt mehr in Deutschland, in der man nicht in einer ähnlichen Form zusammenkommt und feiert. Dieses Experiment Cologne Worship Night findet mittlerweile seit 14 Jahren statt und es ist noch lange nicht zu Ende. Zum einen, weil wir es lieben Musik zu machen und zum anderen, weil es nichts Schöneres gibt, als dem realen Gott zu begegnen.

Lothar Kosse